Naturbetrachtungen – Harry Martinson

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Beschreibung

Aus dem Buch der tausend Gedichte

Harry Martinson gehört zu den Wegbereitern der lyrischen Moderne in Schweden. Unter dem Eindruck des amerikanischen „Imagism“ (Ezra Pound, Carl Sandburg) und der russischen Modernisten, später auch japanischerund taoistischer Lyrik, fand er zu einer bildstarken eigenen Sprache, mit der er seine Leser von Anfang an überzeugte. Sein vielseitiges Werk – neben der Lyrik auch Romane, Essays, Texte für das Radio und das Theater – ist Ausdruck einer wachen Zeitgenossenschaft, die vor allem von früher Kritik an einer einseitig technischen Entwicklung und einem Verantwortungsbewusstsein für die ganze Erde geprägt ist.
Thematisch schlägt Martinson immer einen weiten Bogen: von den fernen Horizonten, die er aus seinen Jahren als junger Seemann kennt, bis zu den genauen Beobachtungen kleinster Details in der Welt der Pflanzen und Insekten. Diese „Naturminiaturen“ bilden einen Kern seines Werkes, dafür vor allem lieben ihn seine schwedischen Leser. In seinen späten Gedichtbänden verzichtet Martinson fast ganz auf Metaphern und philosophische Gedanken und lässt die Natur für sich selbst sprechen. Er setzt darauf, dass von einer solchen poetischen Begegnung mit Naturphänomenen eine Verwandlungskraft ausgeht, die zu neuer Ehrfurcht und Verantwortungsgefühl gegenüber der Natur und ihren Gesetzen führen kann.
Martinsons Aktualität in Schweden zeigt sich darin, dass sein lyrisches Epos „Aniara“ immer wieder neu vertont und inszeniert wird, 2019 auch in einer Filmversion. Diese „Revue vom Menschen in Zeit und Raum“ schildert aus der Perspektive eines Raumschiffes, das vom Kurs abgekommen ist, den Blick auf die zerstörte Erde. Unter anderem für dieses Werk erhielt Harry Martinson 1974 (gemeinsam mit seinem Generationsgenossen Eyvind Johnson) den Nobelpreis „für ein Werk, das den Tautropfen einfängt und den Kosmos spiegelt“.

Harry Martinson (1904 – 1978), vielseitiger schwedischer Schriftsteller, war im Grunde seines Herzens Lyriker, und die Naturlyrik bildet einen hervorragenden Teil seines Werkes. Seine schwedischen Leser lieben ihn bis heute vor allem wegen seiner Naturgedichte, in denen die skandinavische Natur besonders prägnant zum Ausdruck kommt. Auch Tomas Tranströmer zählte ihn zu seinen wichtigsten Lehrmeistern. Martinsons Nähe zur Natur ist verbunden mit einem frühen Umweltbewusstsein, das die Verantwortung für die ganze Erde umschließt. Sein lyrisches Epos „Aniara“ (1956), von ihm eine „Revue vom Menschen in Zeit und Raum“ genannt und kongenial von Karl Birger Blomdahl als Oper vertont, schildert aus der Perspektive der Insassen eines Raumschiffes, das vom Kurs abgekommen ist, den Blick auf die zerstörte Erde. Unter anderem dafür erhielt er 1974 den Nobelpreis, gemeinsam mit seinem schwedischen Generationsgenossen Eyvind Johnson.

Peter Zimmermann (Übersetzung, Anmerkungen und Nachwort), geb. 1948 in Marburg. Das Interesse für fremde Sprachen erwachte im altsprachlichen Gymnasium. Neben dem Studium der Psychologie in Freiburg, Tübingen und Stockholm Arbeit in der Heilpädagogik in Schweden. Seit 1978 tätig als Dipl. Psychologe in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, später in weiterem Umfang im Gesundheitswesen (Krankenhaus, integrierte Versorgung). Nebenher Beschäftigung mit Literatur und vor allem zeitgenössischer Lyrik. Seit 1970 zweisprachig schwedisch/deutsch in beiden Ländern lebend.

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