Beschreibung
Der Dichter, Übersetzer und Essayist Jürgen Brôcan schreibt in seinem Essayband „Augenblicke der Anwesenheit“ (2025) über die Lyrik von Harald Albrecht: „Sie belegt treffend, dass ihr Autor ein Poeta doctus im besten Sinne ist und seine Dichtung zutiefst philosophisch, durchdrungen von Bildungslust, auf intensiver Suche nach einer Sprache für die Darstellung der Welt und zugleich im Bewusstsein, dass vor allem die Sprache unsere Wahrnehmung beeinflusst, wenn nicht gar formt“.
Ein Urteil, das auch für den neuen Gedichtband des Lyrikers zutrifft: „Kummer ist die kälteste der Saaten“ ist der vierte Band einer geplanten Reihe von zwölf Büchern. Jeder Band besteht aus vierundachtzig Gedichten, die oft in Zwölfer-Reihen angeordnet sind; die Gedichte selbst umfassen fünf und sechs Strophen mit jeweils drei Zeilen – „sicherlich mehr als nur eine rein äußerliche Reminiszenz an Wallace Stevens, denn die Trinität der Zeile ist es, die die Allmacht der Sprache bezeugt“, so Jürgen Brôcan, der den neuen Gedichten konstatiert: „Hier ist die Sprache noch intensiver als in Albrechts früheren Bänden.“ Die Sprache des Gedichts und dessen strenge Form sollen dabei Ordnung schaffen in einer unübersichtlichen, sich in dauerndem Wandel befindlichen Welt – nicht von ungefähr wird die „Kunst der Fuge“ aufgegriffen. Inhaltlich spannt die Lyrik Albrechts dabei einen weiten Bogen, der Kulturen und Religionen verbindet – von Oberammergau bis zur Rose von Jericho.
Harald Albrecht
Veröffentlichte die Gedichtbände „Wie duftet die auf Bibel kalibrierte Sprache“ (München 2020), „Das Mannequin will angezogen werden“ (München 2018), „Euphrat, Tigris und andere schwarze Locken“ (Berlin 2016) sowie die Partitur „19 Lieder“ (Berlin 2015).
Lesen Sie die Buchbesprechung von Jürgen Brôcan auf Signaturen.